Starkregenvorsorge

Oststeinbek macht sich klimafit – Starkregenvorsorge zur Klimaanpassung

Kleinräumige Überflutungen in Folge von häufiger und stärker auftretenden Starkregenereignissen gehören zu den Klimawandelfolgen, die jede Kommune treffen können. Seit dem Starkregenereignis in Oststeinbek im Mai 2018 ist ein großes Bewusstsein für das Thema vorhanden – Politik, Bürger und Verwaltung sind gleichermaßen betroffen und verantwortlich.

Nach ersten Schadensbehebungen und Reparaturarbeiten hat die Gemeinde Oststeinbek in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Südstormarn die HSE Hamburger Stadtentwässerung AöR – ein Unternehmen von Hamburg Wasser – beauftragt, eine Modellierung des Entwässerungssystems zu erstellen sowie Maßnahmen zum Hochwasserschutz in der Gemeinde Oststeinbek zu überprüfen. Die Analyse zeigte, dass die Gemeinde Oststeinbek über ein ausreichend leistungsfähiges Kanalnetzsystem verfügt. Hydraulische Schwachstellen wurden in der direkten Umgebung von Grundstücken mit hohem Befestigungsgrad identifiziert. Durch die gekoppelte Simulation von Kanalnetz- und zweidimensionalem Oberflächenmodell ermöglichte die Analyse aber auch Aussagen zur Wirkung von urbanen Sturzfluten.

Die erste Bürgerinformation zum Thema Starkregen fand am 27.06.2019 statt. Zudem erarbeitete Franziska Huber, Studentin der Stadtplanung an der HCU Hamburg, im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit „Klimaanpassung für die Stadt von Morgen - Überflutungsschutz bei Starkregenereignissen als Anpassungsmaßnahme an den Klimawandel am Beispiel Oststeinbek“ in Vorbereitung weiterer Maßnahmen Fragestellungen, wie die Gemeinde eine bessere Information und Beratung an die Bürgerinnen und Bürger richten kann. Des Weiteren soll die Arbeit Erkenntnisse darüber erzielen, welche Instrumente die Gemeinde Oststeinbek anwenden kann, um die Umsetzung von Maßnahmen durch die Bürgerinnen und Bürger zum Schutz vor Überflutung bei Starkregen zu unterstützen.

In Zusammenarbeit mit dem Büro OCF Consulting, welches auch das Klimaschutzkonzept für Oststeinbek erstellt, wurde eine Projektskizze im Förderprogramm "Anpassung an den Klimawandel" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) eingereicht. Der Antrag soll die bestehenden Ergebnisse ergänzen und setzt sich zum Ziel, durch Aktivierung privater Gebäudeeigentümer*innen für die Eigenvorsorge den dezentralen Regenwasserrückhalt und die Versickerung innerhalb bestehender Siedlungsstrukturen zu verbessern, um so den Regenwasserabfluss zu verzögern bzw. zu verringern. Zudem galt es Vorkehrungen für den Katastrophenfall zu treffen. Das Projekt soll an die Prozesse des Klimaschutzkonzepts angegliedert werden, insbesondere in Bezug auf die Akteursbeteiligung, die Verstetigungs- sowie Kommunikationsstrategie.