Klimaschutzprojekte

Die Bundesregierung hat beschlossen, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2030 um 55% und bis 2050 um 80% bis 95% zu senken. In den Kommunen liegen große Potenziale, die Treibhausgasemissionen zu senken und damit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung zu leisten.

Die Gemeinde Oststeinbek erarbeitet zurzeit ein Klimaschutzkonzept, das zukünftig als strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für Klimaschutzaktivitäten der Gemeinde dienen soll. Es soll einen Orientierungsrahmen für die Politik, Verwaltung, ansässige Unternehmen, Investor*innen, Bürger*innen etc. liefern sowie Weichen für ein künftig bewusstes und klimafreundliches Handeln in der Gemeinde stellen.

Einige Klimaschutzmaßnahmen der Gemeinde wurden bereits durch Beschlüsse der Politik auf den Weg gebracht und beispielsweise in Form eines Verkehrskonzepts beschlossen. Diese können nicht immer einem festen Fachbereich oder Themenbereich zugeordnet werden, sollen aber im Folgenden (nicht-abschließend) genannt werden:

Elektrofahrzeuge

Die Gemeinde Oststeinbek hat zwei Fahrzeuge mit Elektroantrieb beschafft. Eines ist für die Mitarbeiter des Bauhofs zum Beladen, das andere für Tätigkeiten der Hausmeister*innen. Eine entsprechende Ladestation steht auf dem Parkplatz vor dem Rathaus zur Verfügung.

Gesundheitsförderung

Im Rahmen des Gesundheitstags im Januar 2019 wurde das Thema „Bewegung“ zum zentralen Thema und hat vielen Mitarbeiter*innen einen Anreiz zum gesundheitsbewussteren Verhalten geben können, sowie Anreize zur klimafreundlichen Mobilität. Die Dienstfahrräder wurden dadurch angeschafft sowie eine Teilfinanzierung von 25 € pro Monat bei Anschaffung einer HVV-Karte.

Busanbindung Gewerbegebiet

Im Dezember 2016 wurde das Gewerbegebiet der Gemeinde mit drei Haltestellen an den ÖPNV über die Linie 233 angebunden. Die Anschubfinanzierung für zwei Jahre wird zu
100 % von der Gemeinde getragen.

Verkehrsentwicklungsplan

Im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplanes der Gemeinde Oststeinbek wurde die bestehende verkehrliche Infrastruktur hinsichtlich vorhandener Defizite der unterschiedlichen Verkehrsarten analysiert. Auf Grundlage dieser Kenntnisse wurden Maßnahmen zur Beseitigung der Defizite und zur Steigerung der Verkehrsqualität und Verkehrssicherheit entwickelt. Das Konzept wurde nun am 30.09.2019 von der Gemeindevertretung beschlossen. Neben kurz- und langfristigen Maßnahmen im Fußgänger- und motorisierten Individualverkehr, werden auch Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs angestrebt.

Dienstfahrräder

Im Jahr 2014 hat die Gemeinde Oststeinbek für die Rathausmitarbeiter*innen zwei Dienstfahrräder als Alternative zum Dienstfahrzeug angeschafft. Diese werden vor allem für kurze Wege innerhalb der Gemeinde genutzt.

Mitgliedschaft und Stadtradeln

Die Gemeinde Oststeinbek ist seit 2017 Mitglied in der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Schleswig-Holstein (Rad.SH). Ziel der Mitgliedschaft ist es, die Fuß- und Fahrradfreundlichkeit innerhalb der Gemeinde zu steigern und Alternativen zum motorisierten Individualverkehr zu fördern. Seit 2016 ist die Gemeinde darüber hinaus Teilnehmerin am jährlichen Stadtradeln.

Sicherheit für Radfahrende

Am 30.09.2019 hat die Gemeindevertretung beschlossen, dass, um die Aufmerksamkeit der Kfz-Fahrer auf den querenden Radverkehr zu lenken, die auf die Möllner Landstraße stoßenden Seitenstraßen Hamburger Kamp, Barsbütteler Weg, Wiesenweg und Heidstücken wie folgt ausgestaltet werden sollen (Eine Abstimmung mit dem LBV ist vor Durchführung der Maßnahmen notwendig):

  • Farbige Markierung des Fahrradweges im Bereich der Straßenquerung
  • Signet „Fahrrad“ auf der farbigen Markierung
  • Stoppschild mit Haltelinie vor dem kombinierten Geh- und Fahrradweg
  • Schild „Zweirichtungsradweg“ vor dem kombinierten Geh- und Fahrradweg (ist überwiegend bereits vorhanden)

Die gleichen Maßnahmen sollen für die Ein- und Ausfahrten real und Globus Baumarkt realisiert werden. Die Eigentümer sollen vorab informiert werden. Zudem soll diese Anpassung auch in der Querung Grenzweg/ Willinghusener Weg erfolgen, sowie eine Begradigung des Geh- und Fahrradwegs, sodass Fußgänger den Fahrradweg nicht mehr zwingend kreuzen.

Anpassung der Fahrtrichtung

Der westliche Gehweg der Stormarnstraße zwischen Möllner Landstraße und Brückenstraße soll für Fahrradfahrer in Richtung Havighorst freigegeben werden. Der östliche Gehweg der Stormarnstraße zwischen Möllner Landstraße und Brückenstraße soll nur noch aus Richtung Havighorst freigegeben werden. Als mittelfristige Lösung wird die Anlage eines Schutzstreifens in diesem Bereich geprüft.

Velorouten

Die Arbeitsgruppe Mobilität hat auf ihrer Sitzung am 06.11.2019 über die Einrichtung der zwei im Verkehrsentwicklungsplan benannten Radrouten auf dem Gemeindegebiet beraten. Die Planung bzw. Realisierung wurde am 18.11.2019 durch den Umweltausschuss beschlossen. Es handelt sich um

  1. die im Mobilitätskonzept benannte Veloroute 1.2 (Verbindung zur Freien und Hansestadt Hamburg, U-Bahn Steinfurther Allee – Ost-West-Verbindung am Südrand der bestehenden Wohnbebauung)
  2. die im Mobilitätskonzept benannte Veloroute 1.1 (Verbindung der Ortsteile Havighorst und Oststeinbek – Nord-Süd-Verbindung im Osten der bestehenden Wohnbebauung).
Fahrradunterstand am Rathaus

Die Wahl des Verkehrsmittels wird nicht nur durch das individuelle Umweltbewusstsein, sondern auch und in wesentlichem Maße durch vorhandene oder nicht vorhandene Infrastruktur bestimmt. Für den Bau eines überdachten Fahrradunterstandes prüft die Verwaltung auf Beschluss des Umweltausschusses vom 18.11.2019 hin, Möglichkeiten einer kostengünstigen Errichtung eines Fahrradunterstands am Rathaus.

Flächenmanagement

Im Zuge der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes wurde ein Potenzialflächenkataster zur Förderung der klimafreundlichen Innenentwicklung entwickelt. In einem Lageplan werden sowohl Baulücken als auch nach gültigem Baurecht untergenutzte Grundstücke aufgezeigt. Zudem wurde eine Datenbank erstellt, in der zu jedem aufgeführten Grundstück die wichtigsten Daten erfasst sind. Darüber hinaus wurde ein Informationsflyer für Eigentümer*innen entwickelt. Zahlreiche Beratungstermine haben stattgefunden.

Bauleitplanung

Bei der Aufstellung von Bebauungsplänen sowie der Schließung von städtebaulichen Verträgen werden bei Verhandlungen mit Flächeneigentümer*innen und Bauinteressierten verstärkt Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung vorgesehen. Ein entsprechender Leitfaden zur grundsätzlichen Vorgehensweise wird erst 2020 erarbeitet.

Ausgleich und Aufforstung

In der Gemeindevertretung wurde beschlossen, dass Ausgleichsmaßnahmen für Baugebiete innerhalb der Gemeindegrenzen erfolgen sollen. Zudem wurde der Beschluss gefasst, dass in der Gemeinde aufgeforstet werden soll. Entsprechende Flächen werden durch Aufruf an die Bevölkerung gesucht.

Straßenbeleuchtung

Im Jahr 2016 wurde die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED beschlossen. In einem ersten Schritt erfolgte 2018 die Umrüstung von 224 quecksilberhaltigen Leuchten auf LED. In einem weiteren Schritt erfolgt die Umrüstung von ca. 712 Natriumhochdrucklampen sowie die Umrüstung von ca. 32 Kompaktleuchtstofflampen auf LED-Beleuchtung. Durch diese Umstellung ergibt sich eine Einsparung des Energieverbrauchs von ca. 72 %.

Neubau der Grundschule

Eine Sanierung der in den 60er-Jahren entstandenen Grundschule ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr vorgesehen. Daher soll ein Neubau an einem anderen Standort erfolgen. Um einen energieeffizienten Neubau zu erhalten, wurden im Zuge eines Architekturwettbewerbs die Standards eines KfW-Effizienzhauses 55 vorgeschrieben. Parallel wird am erforderlichen Bebauungsplan für das betroffene Areal gearbeitet.

Walter-Ruckert-Halle

Das Dach der Walter-Ruckert-Halle (Sporthalle) war aufgrund des Alters (ca. 30 Jahre) stark sanierungsbedürftig. Im Rahmen der Sanierung wurden die Flachdachdämmung komplett erneuert. Weiterhin wurde ein Gründach aufgebracht. Die Installation von Photovoltaik­anlagen ist allerdings aus statischen Gründen nicht möglich.

Beschaffungswesen

Kleingeräte mit Verbrennungsmotor (Heckenschere, Motorsäge) wurden auf Geräte mit Akkubetrieb ausgetauscht. Bei Bestellungen von Merchandising-Artikeln achtet die Gemeinde auf Öko-Label und nachhaltig hergestellte Produkte. Richtlinien zur nachhaltigen Beschaffung sind derzeit noch nicht vorhanden.

Digitalisierung

Die Gemeinde Oststeinbek legt seit Anfang 2019 einen Schwerpunkt auf die Digitalisierung von Freigabe- und Informationsprozessen. Im Bereich des Sitzungsdienstes werden Vorlagen, Beschlüsse, Protokolle etc. digital erstellt und mit der Öffentlichkeit und den Politiker*innen geteilt. Alle Anwesenden der Sitzungen haben zudem ein Tablet zur Verfügung gestellt bekommen, um die Dokumente zu lesen und zu bearbeiten. Zudem werden durch die Erstellung von digitalen Abläufen in sogenannten Rechnungsworkflows auch Verfügungen und mehrfache Kopien der Rechnungen überflüssig. Ebenso erfolgen die Haushaltsplanung sowie die Erstellung des Haushaltes künftig digital.